Du hast etwas losgelassen. Was bleibt, ist die Frage, woher dies alles kommt.
Die Schrift
Plotin hat kein Buch geschrieben. Was wir die Enneaden nennen, sind 54 Abhandlungen aus den letzten siebzehn Jahren seines Lebens — Gespräche mit Schülern, aufgeschrieben. Nach seinem Tod ordnete Porphyrios, sein Schüler, den Nachlass: sechs Gruppen zu je neun Schriften, nicht chronologisch, sondern steigend — vom Menschen und seinem Sittlichen über Welt, Seele und Geist bis zum Einen. Seiner Sammlung stellte er ein Leben Plotins voran; fast alles, was wir von Plotin wissen, wissen wir durch ihn.
Die Zählung liest sich so: VI, 9, 11 — sechste Enneade, neunte Schrift, elftes Kapitel. Jede Angabe auf dem Weg ist in jeder Ausgabe auffindbar.
Darum steht dort „sinngemäß": Der Weg spricht mit Plotins Gedanken, nicht in seiner Syntax. Jedes Zitat ist eine gekennzeichnete Paraphrase, die du zur Stelle zurückverfolgen kannst.
Die Wege zu Plotin
Auf Deutsch: Plotin, Schriften, übersetzt von Richard Harder, fortgeführt von Rudolf Beutler und Willy Theiler (Felix Meiner Verlag). Die Übersetzung, an der sich alle messen — als Leseausgabe in zwei Bänden.
Auf Englisch: The Enneads, herausgegeben von Lloyd P. Gerson (Cambridge University Press, 2018). Die erste vollständige englische Übersetzung seit über siebzig Jahren.
Eine Einführung: Dominic J. O'Meara, Plotinus: An Introduction to the Enneads (Oxford, 1993). Kurz, klar, ohne Frommheit.
Lies nicht von vorn nach hinten. Beginne mit I, 6 — und ende, wie der Weg, mit VI, 9.
Die Linie ins Dunkel
Die Linie läuft weiter ins Dunkel.
Sie verspricht nichts.